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Leitfaden - MVZ Labor Diagnostik Karlsruhe

37 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Einfluss- und Störgrößen Probentransport, -vorbereitung und Lagerung Auch hier ist die Hämolyse mit ihren Folgen ein Problem. Ursachen sind: • Rohrpostversand von Proben • Versand unzentrifugierter Proben • Verspätete Zentrifugation (> 2 Stunden) • Zu lange Zentrifugation (z. B. länger als 15 min bei 3.000 g) • Zu starke Zentrifugation Lange Standzeiten im Labor gehen mit einer Verdunstungsgefahr einher. Bestimmte Stoffe wie Bilirubin, Folsäure oder Catecholamine sind lichtempfindlich und dürfen während des Transports und der Lagerung nicht der Sonnen- einstrahlung ausgesetzt werden. Chemische Instabilität z. B. von Proteinen führt dazu, dass diese in der Probe vor Proteasen geschützt werden müssen. Beispiel hierfür sind Renin oder Corticotropin (ACTH), die gekühlt verarbeitet werden. Catecholamine müssen gegen Oxidati- on durch Ansäuern bewahrt werden, Harnsäure unterliegt der Autooxidation. Störgrößen Probengewinnung Bei der Probengewinnung steht die unsachge- mäße Blutentnahme im Vordergrund. Zu starkes Ziehen (Unterdruck) kann zur Hämolyse führen. Eine Hämolyse, also eine Zerstörung der Eryth- rozyten, geht mit erhöhten Konzentrationen und Aktivitäten folgender Analyte einher: • Kalium • Magnesium • Lactatdehydrogenase • Aspartat-Aminotransferase • Alanin-Aminotransferase Kontaminationen spielen bei der Probengewin- nung ebenfalls ein wichtige Rolle. Die folgende Tabelle gibt hierüber Aufschluss. Kontamination Herkunft/Ursache Zink Kosmetika, Talkum von Handschuhen, Gummistopfen, Urinkatheter Schwermetalle Schere, Pinzette, Skalpell Phosphat Spülmittel, Detergenzien Aluminium Kaolinhaltige Monovetten Natriumfluorid Zusatz Glykolysehemmer EDTA, Citrat Zusatz Antikoagulantien Glucose, Elektrolyte Gabe von Infusionslösungen Amylase (Speichel) Speichel beim Pipettieren mit dem Mund Tabelle 4: Kontaminationen bei der Probengewinnung und ihre Ursachen.