
24 Einfluss- und Störgrößen Präanalytik Das Präfix „prä“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „vor(her)“. Präanalytik bezeichnet also diejenige Phase auf dem Weg von der Probenentnahme bis zum fertigen (End)befund, die der eigent- lichen Messung im Labor vorangeht. Dazu gehören die Probengewinnung, der Probentransport, die Probenvorbereitung und die Probenlagerung. Einfluss- und Störgrößen Ziel einer jeden Messung aus Körpermaterial ist es, den „wahren“ Wert eines Stoffes zu messen. Nun ist das schon methodisch nie möglich, jedoch rückt das Ziel erst recht in weite Ferne, wenn Fehler in der präanalytischen Phase gemacht werden, die z. T. eine Messung im Labor unmöglich machen, sie immer aber verfälschen. Abbildung 2 zeigt, wer im Vorfeld einer Messung Einfluss auf die Probe nimmt. Abbildung 2: Verantwortlichkeiten im Ablauf der präanalytischen Phase. Der Patient nimmt Einfluss durch sein Verhalten, z. B. bezüglich der Nahrungskarenz vor Probenentnahme, dem Absetzen von Drogen (Nikotin, Alkohol u. a.) oder beim (regelrechten) Sammeln von Urin über 24 h oder von Mittelstrahlurin. Der Kliniker in der Praxis organisiert die Probengewinnung, belehrt den Patienten und trifft eine Entscheidung bezüglich des Materials. Die richtige Blutentnahme wird vom Praxispersonal vorgenommen, dessen Schulung wiederum in der Verantwor- tung des behandelnden Arztes liegt. Bisweilen wird die Probe noch in der Praxis vorbereitet (Zentrifugation) und bis zum Abtransport gelagert. Das Labor wiederum organisiert den Probentransport, wobei die Probenstabilität beachtet und die Fahrer geschult werden müssen. Die Probe wird im Labor mitunter weiter vorbereitet (Zentri- fugation, Extraktion, Lösung, Verdünnung) und vor der eigentlichen Messung gelagert. Fehlerquellen lassen sich unter Einfluss- und Störgrößen subsummieren. Die Wichtigsten werden hier angesprochen. Präanalytik Patient Kliniker Labor 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10