
14 Probenahme- und Versandmaterial Untersuchungsmaterial Blut Blut kann durch Zentrifugieren in zwei Teile getrennt werden: Die feste Phase besteht aus Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten, die flüssige Phase (Überstand) wird als Plasma oder Serum bezeichnet. Serum Serum wird nach Ablauf der Gerinnung aus dem Überstand von Materialien ohne Gerinnungshem- mer (braune und weiße Monovetten) gewonnen. Plasma Plasma wird aus dem Überstand von Materialien mit Gerinnungshemmern (EDTA-Blut, Citrat-Blut, Heparin-Blut) gewonnen. Wenn als Material Plasma (EDTA-Plasma, Hepa- rin-Plasma, Citrat-Plasma) vorgegeben ist, muss der Überstand vorsichtig vom Blutkuchen mit der Pipette abgehoben und in ein separates Röhrchen (ohne Zusätze) überführt werden. Bitte unbedingt das Röhrchen mit der Materialart beschriften. Bitte nicht die kompletten Proben-Röhrchen (inklusive Blutkuchen) einfrieren. Dies führt zur vollständigen Hämolyse und die Durchführung der Analyse ist nicht möglich. (Ausnahmen von dieser Regel sind extrem sel- ten: z. B. Histamin, Vitamin B1, Serotonin). Vollblut/Serum Für die Serumgewinnung werden Röhrchen ohne Zusatz von Antikoagulantien verwendet. Es sind Röhrchen mit Gerinnungsaktivatoren oder Trennhilfen wie Kunststoffkugeln bzw. Trenngel in Gebrauch. Das Röhrchen sollte nach der Blutentnahme ca. 30 Minuten aufrecht stehen, um eine vollstän- dige Gerinnung zu gewährleisten. Anschließend wird das Material mindestens 10 Minuten bei 2.500 g zentrifugiert. Um eine zeitabhängige Kon- zentrationsänderung einiger Analyte im Serum bei Kontakt mit dem Blutkuchen zu verhindern (z. B. Kalium, Glucose), muss das Serum unmit- telbar nach dem Zentrifugieren vom Blutkuchen getrennt werden. Dies kann durch Abpipettieren des Serums in ein separates Plastikröhrchen erfolgen. Eine weitere Möglichkeit ist die Ver- wendung von Gelmonovetten. Das Trenngel der Gelmonovetten bildet während der Zentrifugation eine ausreichende Barriere zwischen Serum und Blutzellen, so dass das Serum nach Zentrifuga- tion im Röhrchen verbleiben kann. Für gefrorene Serumproben muss auch bei Verwendung von Gelmonovetten der Überstand in ein separates Plastikröhrchen abpipettiert werden. Vollblut ohne Trenngel ist für einige Medikamen- tenbestimmungen vorgeschrieben, weil sonst eine Bindung des Analyten an das Gel stattfin- den würde (siehe Leistungsverzeichnis). Citrat-Blut/-Plasma 1 : 10 (Gerinnung) Die Gerinnungsröhrchen sind mit dem Antiko- agulans Citrat präpariert. Um die Bildung von Gerinnseln zu verhindern, muss das Röhrchen sofort nach der Entnahme mehrfach (ca. 5 x) gekippt werden (nicht schütteln!). Außerdem ist es notwendig, das korrekte Mischungsverhältnis zwischen Antikoagulans und Blut (1 Teil Citrat + 9 Teile Blut) einzuhalten. Achten Sie deshalb bitte darauf, dass die Röhrchen im Rahmen der Blutabnahme bis zur Füllmarke gefüllt werden. Bei gut liegender Nadel gelingt dies in der Regel, wenn der Spritzenstempel vollständig aufgezo- gen (Aspirationssystem) bzw. das Vakuum im Röhrchen gefüllt ist (Vakuumsystem). Bei Routine-Gerinnungsuntersuchungen (Quick, aPTT, Thrombinzeit, Fibrinogen), die am Tag der Abnahme analysiert werden, kann das Material ohne weitere Bearbeitung eingeschickt werden. Für Gerinnungsuntersuchungen die nicht am gleichen Tag bearbeitet werden können und für Spezialuntersuchungen bitten wir Sie, am selben Tag zwei Citratblut-Monovetten ins Labor zu schicken. Wenn die Probenabholung nicht mehr am selben Tag möglich ist, muss in jedem Fall Plasma gewonnen und eingefroren werden. Dafür sollte das Citrat-Blut innerhalb von 30 Minuten nach der Entnahme bei 1.500 g für 10 Minuten zentrifugiert werden. Der Überstand (Plasma) wird in ein separates Plastikröhrchen ohne Antikoagulans abpipettiert und direkt eingefroren. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10